provincie Overijssel

Die Art und Weise, wie man dem Feld Raumordnung in den Niederlanden begegnet, unterliegt einem fortwährenden Wandel bzw. einer ständigen Entwicklung. Die Provinz Overijssel setzt daran, die diesbezüglichen Entwicklungen politisch adäquat umzusetzen. In diesem Zusammenhang gilt es immer wieder, die jeweils optimale Kooperationsform zur Zusammenarbeit zwischen Staat, Provinz, Gemeinden und sonstigen Partnern zu sondieren, um die optimale Einrichtung des beschränkten Raums zu ermöglichen. Wichtige Ausgangspunkte der diesbezüglichen provinzialen Politik sind die Erweiterung der sozial-wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten und die Stärkung der räumlichen Qualität. Praktisch bedeutet dies eine stärker integrierte Vorgehensweise sowie mehr lokale Verantwortung.

Zoeken in de site

Kruimelpad

naar boven
 

Raumentwicklung in Overijssel

2 december 2008

Die Art und Weise, wie man dem Feld Raumordnung in den Niederlanden begegnet, unterliegt einem fortwährenden Wandel bzw. einer ständigen Entwicklung. Die Provinz Overijssel setzt daran, die diesbezüglichen Entwicklungen politisch adäquat umzusetzen. In diesem Zusammenhang gilt es immer wieder, die jeweils optimale Kooperationsform zur Zusammenarbeit zwischen Staat, Provinz, Gemeinden und sonstigen Partnern zu sondieren, um die optimale Einrichtung des beschränkten Raums zu ermöglichen. Wichtige Ausgangspunkte der diesbezüglichen provinzialen Politik sind die Erweiterung der sozial-wirtschaftlichen Entwicklungsmöglichkeiten und die Stärkung der räumlichen Qualität. Praktisch bedeutet dies eine stärker integrierte Vorgehensweise sowie mehr lokale Verantwortung.

Die Raumordnungspolitik der Provinz ist (vorerst noch) im sogenannten Regionalplan, dem 'Streekplan Overijssel 2000+' festgelegt. Die Ideen zur Raumordnung in Overijssel entwickeln sich jedoch beständig weiter, was dazu geführt hat, dass der Regionalplan in letzter Zeit in mehreren Bereichen überarbeitet worden ist. (Siehe auch:'Umgebungsplan Overijssel')

Die Provinz versucht unterschiedliche Entwicklungen in ihre Politik zu integrieren. Diese betreffen beispielsweise die staatliche Raumordnungspolitik, wie sie in der nationalen Raumordnungsstrategie (Nota Ruimte) festgelegt ist, aber auch räumliche Qualität, das neue Raumordnungsgesetz und die sogenannte Entwicklungsplanung. Letztere unterscheidet sich in zweierlei Hinsicht von der traditionellen Stadt- bzw. Regionalplanung. Zum einen dominieren die Behörden nicht länger das Planungsfeld. Indem sie mit anderen Partnern kooperieren, wollen sie die Realisierung ihrer Zielsetzungen beschleunigen. Ein weiterer bedeutender Unterschied besteht in der Tatsache, dass das Endergebnis nicht von vornherein feststeht, sondern das Resultat eines Entwicklungsprozesses ist. 

A1-Zonekaarta1zone

Autobahnzonen beanspruchen in den Niederlanden insgesamt immer mehr Raum: neue Wohn- und Arbeitsgebiete sowie regionale Einrichtungen werden zunehmend entlang der Autobahnen angesiedelt. Die A1-Zone im Osten der Niederlande hält Entwicklungsmöglichkeiten für Arbeitsplätze und neue Einrichtungen bereit. Zugleich zieht die Erhöhung der Mobilität und Erreichbarkeit auch negative Auswirkungen, wie Lärmbeeinträchtigung und Luftverschmutzung (Feinstaub) nach sich. Mit der Wahrnehmung von Entwicklungschancen steigt somit zeitgleich der Druck auf den Faktor Raum.

Nicht umsonst stehen Maßnahmen zur Verhinderung einer drohenden landschaftlichen 'Verunordentlichung' hoch auf der politischen Agenda. Die A1-Zone besitzt einmalige landschaftliche Qualitäten. Die Politik sieht sich somit vor eine erhebliche Herausforderung gestellt: Es geht darum, die Entwicklungsmöglichkeiten zum eigenen Vorteil zu nutzen und zugleich die räumliche Qualität in der A1-Zone zu erhalten und zu stärken.

Die A1-Zone bezeichnet global den Raum im unmittelbaren Einflussbereich der A1 (D: A30) und der Eisenbahnlinie. Innerhalb dieser Zone bilden die Autobahn A1 und die Berlinlinie (Schiene) zwei parallele Transportverbindungen, die den Osten der Niederlande mit der Randstad-Region im Westen sowie mit Deutschland und Osteuropa verbinden. Die östliche A1-Zone umfasst außerdem die Oberzentren Apeldoorn, Deventer und Netwerkstad Twente als räumliche Konzentrationsgebiete entlang der Autobahn und der Eisenbahnlinie. Mit den drei entlang der Autobahn sowie der Eisenbahnlinie gelegenen Oberzentren gilt die A1-Zone als eine bedeutende Transportachse der Niederlande, in deren unmittelbarer Umgebung sich räumliche Entwicklungen konzentrieren. Die besagten Oberzentren decken in ihrem jeweiligen Bahnhofsumfeld sowie an Standorten in unmittelbarer Autobahnnähe einen Teil des Raumbedarfs der Randstad-Region in Bezug auf Wohnen und Arbeiten ab.

Das 'Programm A1-Zone' zielt darauf, das Entwicklungspotenzial der A1 auszuschöpfen und die Qualität des Gebiets zu erhalten und zu stärken, damit die A1-Zone zu einer wahren Visitenkarte der Ostniederlande wird. In dem besagten Programm geht es darum, die Zusammenhänge, aber auch die Wechselbeziehung zwischen den wirtschaftlichen Chancen, der Erreichbarkeit und der landschaftlichen Qualität der Region aufzuzeigen.

Die Provinz Overijssel hat vor einigen Jahren einen Umschwung hinsichtlich ihrer Wohnungspolitik vollzogen: Sie hat ihren Blick erweitert und steuert nicht mehr ausschließlich die Quantität, sondern auch die Qualität des Wohnungsangebots, wobei die Endverbraucher (die Bewohner) ein sehr viel höheres Maß an Wahlfreiheit in Bezug auf Wohnungsfragen erhalten. Die dazu erforderliche partielle Überarbeitung des Regionalplans Overijssel 2000+ (herziening van het streekplan Overijssel 2000+) wurde 2005 durch Beschluss festgelegt.    

Den Gemeinden stehen nun mehr Möglichkeiten zur Entwicklung und Ausführung einer eigenen Wohnungspolitik in Form eines Wohnungsplans offen. Die Provinz unterstützt die Gemeinden in ihren diesbezüglichen Bestrebungen und trifft gegenseitige Vereinbarungen im Hinblick auf die zu erzielenden Leistungen und Ergebnisse. Stichwort ist in diesem Zusammenhang stets die 'Wohnungsqualität'. Letztere bezieht sich auf die Schaffung eines Wohnungsangebots, das dem demografischen Wandel und den sozial-wirtschaftlichen Entwicklungen gerecht wird und dabei weitestmöglich an die Wünschen der Mieter bzw. Besitzer anknüpft.

Das Hauptziel der provinzialen Wohnungspolitik besteht darin, dass für jeden Einwohner Overijssels eine passende Wohnung von angemessener Qualität verfügbar sein muss. Menschen wollen in einem sicheren Viertel wohnen, das zudem eine hochwertige Infrastruktur mit allen Geschäften des täglichen Bedarfs aufweist. Zudem wünschen sich immer mehr Menschen ein Wohnumfeld mit einladenden öffentlichen Begegnungsräumen; in dem sich die Wohnfunktion flexibel mit Funktionen aus den Bereichen Gesundheit und Soziales verknüpfen lässt. Deshalb strebt die Provinz eine integrierte Wohnungspolitik an.   

Stadt und Umland

In diesem Zusammenhang gilt der Ausgangspunkt, dass die Urbanisierung in den Städtenetzen zu konzentrieren ist. Die Landgemeinden richten sich auf den Wohnbedarf der lokalen Bevölkerung, während die Kerne Steenwijk und Hardenberg eine diesbezüglich überörtliche Funktion erfüllen. Wichtig bleibt weiterhin, dass sich Stadt und Umland angesichts der Wohnfunktion gegenseitig ergänzen und stärken.

Die Städte haben einen gesellschaftlichen Bauauftrag: sie müssen für sämtliche und damit äußerst vielfältige Einwohnergruppen ein adäquates Wohnungsangebot und Wohnumfeld schaffen, aufrechterhalten, anpassen sowie erweitern. Auch die Overijsseler Städte sind mit dem Phänomen 'Problemviertel' vertraut. Die Städte stehen vor einer umfangreichen städtebaulichen Transformations- und Umstrukturierungsaufgabe. Die Entwicklung hochwertiger Wohnkonzepte soll bewirken, dass 'Wohnen in der Stadt' auch für die mittleren und höheren Einkommensschichten attraktiv bleibt.

Angesichts ihrer Wohnungspolitik und deren Finanzierung stehen die große Städte in direkter Verbindung mit den zuständigen Ministerien auf staatlicher Ebene. Die Provinz engagiert sich jedoch ebenfalls weiter und möchte die Städte tatkräftig bei der Realisierung der betreffenden Wohnprogramme unterstützen, beispielsweise, indem sie die Wohnungsbauproduktion fördert und die provinziale Großstadtpolitik engagiert fortsetzt.

In den Landgemeinden liegt die Priorität in der Bereitstellung eines ausreichenden Wohnungsangebots für die lokale Bevölkerung. Der Schwerpunkt verschiebt sich dabei immer mehr zu zielgruppengerechtem Bauen für junge Menschen (bezahlbare Wohnungen), Senioren sowie Hilfe- und Pflegebedürftige. Darüber hinaus müssen im Rahmen einer erfolgreichen Integrationspolitik ausreichend Wohnungsangebote für spezifische Zielgruppen wie Bewohner von Wohnwagensiedlungen, Obdachlose sowie Flüchtlinge mit einer Aufenthaltsgenehmigung geschaffen werden.

Die vorstehend beschriebenen Aufgaben erfordern eine strategisch verantwortbare Erweiterung des bestehenden Wohnungsvorrats sowie den Bau neuer, anpassbarer und lebensgerechter Wohnungen. Darüber hinaus ist eine Qualitätsanalyse des bestehenden Wohnungsvorrats notwendig, denn gerade Mietwohnungen werden den Wünschen und Bedürfnissen der Wohnungssuchenden bzw. der Bewohner oftmals nicht mehr gerecht. Hinzu kommt, dass die besagten Wohnungen größtenteils ungeeignet sind, um die wachsende Nachfrage nach altersgerechten Wohnungen abzudecken.

Die Grenzen in Europa sind heute keine unüberwindlichen Barrieren mehr, und grenzüberschreitende Zusammenarbeit ist selbstverständlich geworden. Dies gilt ganz besonders für Deutschland und die Niederlande, die als Nachbarn enge Beziehungen pflegen und auf vielen Feldern kooperieren. Auf dem Gebiet der Raumordnung begann die institutionalisierte Zusammenarbeit im Jahre 1967 mit der Errichtung der Deutsch-Niederländischen Raumordnungskommission. Ihr Zuständigkeitsbereich erstreckt sich von der Nordsee bis in den Raum Aachen/Maastricht. Um in diesem großen Gebiet auch die konkreten Planungsfragen gut bearbeiten zu können, sind zwei Unterkommissionen gebildet worden. Das Arbeitsgebiet der Unterkommission Nord erstreckt sich von der Nordsee bis in den Kreis Borken und die niederländischen Provinzen Overijssel und Gelderland hinein, das Gebiet der Unterkommission Süd reicht von dort bis in den Raum Aachen/Maastricht. Aufgrund ihrer zentralen Lage entlang der deutsch-niederländischen Grenze ist der Provinz Overijssel in beiden Kommissionen vertreten.

Herr T.W. Rietkerk (Mitglied im Provinzialausschuss, zuständig für das Ressort Raum, Wohnen und Umwelt)

Kontakt:
E:RWBO@overijssel.nl

naar boven 

Gerelateerde informatie

naar boven
naar boven